Auf 170 Seiten in fünf Kapiteln schreibt die Autorin Katharina Schmidt das Wichtigste, was man im Umgang über Tod und Sterben wissen muss. In Österrereich sterben im Jahr zwischen 70.000 und 80.000 Menschen – die Zielgruppe derer, die davon betroffen sind, ist also entsprechend groß. Anstoß für das Buch war wie bei Saskia Jungnikl der Tod des eigenen Vaters und der Umgang mit dieser Situation.

Dementsprechend geht es im ersten Kapitel um unsere Gesellschaft und den Tod. Viele Erkenntnisse und Beobachtungen hat man schon mal gelesen und stimmt ihnen fraglos zu. Niedriges Bildungsniveau und Bewegungsmangel begünstigen Altersdemenz – das hat man schon gehört. Wie so oft in Büchern zum Thema Tod, schreibt auch Katharina Schmidt über den »würdevollen Tod - das Sterben in Würde«. Ein breites Feld zwischen Hospitz »sozial verträglichem Frühableben« und Sterbebegleitung.

Dazwischen kommen zahlreiche Personen zu Wort, die über eigene Erlebnisse berichten. Stichworte wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht werden ebenfalls thematisiert und sind für den Leser sinnvolle Erinnerungen an den eigenen Tod. Im Anhang gibt es noch weiterführende Links. Spätestens beim Abtippen des Links zu den Patientananwaltschaften in den Bundesländern findet man es schade, dass keine ergänzenden QR-Codes angeboten werden.
Das Buch liest sich trotz der Thematik angenehm leicht und unaufgeregt. Das liegt vermutlich daran, dass Katahrina Schmidt als Journalistin arbeitet. Auf lange, verschachtelte Sätze verzichtet sie. Als Journalistin recherchierte sie nicht nur Zahlen und Daten, sondern sprach auch mit Betroffenen, Sterbenden und deren Angehörigen.

Zur Autorin:
Katharina Schmidt, geboren 1983 in Wien, begleitete den Tod ihres Vaters und beschäftigt sich seither auch journalistisch mit diesem Thema bei der Wiener Zeitung. Das Sterben wieder ins Leben zu holen, ist ihr wichtigstes Anliegen.