In Erinnerung an Georgy ...

... ist der Titel eines Buches von Serge Klarsfeld – iniitiert und organisiert von Milli Segal.
Georg » Georgy« Halpern (1935-1944), war 1943 von seinen Eltern getrennt worden und verbrachte seine letzten Jahre im französischen Kinderheim von Izieu.
Während dieser Zeit schrieb er regelmäßig Briefe und schickte Zeichnungen an seine Eltern, in denen er das Heim, seine Träume und seinen Kummer beschrieb.

Georgy war das einzige Kind von Julius (Zahnarzt, geb. 6. 6. 1905, Lemberg) und Sérafine (geb. Friedmann; Tochter von Ignaz und Sarolta; geb. 23. 9. 1907, Wien), kam am 30. Oktober 1935 in Wien zur Welt. Die Familie wohnte in der Rotenturmstrasse 29. Nach dem Anschluss flüchtete die Familie nach Frankreich. Georgy war eines von 44 Kindern, aus verschiedenen Ländern, die im Kinderheim von Izieu eine kurze Zeit die Grausamkeiten des Krieges vergessen konnten.

Das Buch stellt eine außergewöhnliche Sammlung und ein Zeugnis von Mut und Hoffnung eines Kindes dar, das in einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte der Menschheit gefangen war. Georgys Hoffnung, mit seiner Familie wieder vereint zu werden erfüllte sich nicht. Am 13. April 1944 wurde Georgy zusammen mit 43 anderen Kindern auf Befehl von Klaus Barbie nach Auschwitz deportiert und sofort nach seiner Ankunft vergast.

Georgys Eltern, Julius und Sérafine, überlebten den Krieg und ließen sich in Haifa, Israel, nieder. Sein Vater Julius starb am 7. April 1989, genau 45 Jahre nachdem Georgy von Lyon nach Drancy überstellt wurde. Seine Mutter Sérafine am 1. November 1989.

Auf 64 Seiten werden nicht nur zahlreiche Briefe und Zeichnungen von Georgy zgezeigt, sondern auch den anderen Kindern gedacht, die im Kinderheim von Izieu eine kurze Zeit die Grausamkeiten des Krieges vergessen konnten und ebenso wie Georgy in Auschwitz ermordet wurden. Vorwort und erklärende Texte von Serge Klarsfeld, Milli Segal (Initiatorin des Gedenksteins und des Erinnerungsbuchs an Georgy Halpern), Hannah M. Lessing (Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich) und Martina Maschke (Leiterin der Abteilung bilaterale Angelegenheiten und
Holocaust Education – international) ergänzen das Buch. Mit Reinhard Meys Text »Die Kinder von Izieu« endet das Buch.

Bezugsquelle: millisegal.at