Es gibt sicher einfachere Themen als über den Suizid des eigenen Vaters zu schreiben. Und es gibt sicher Buchpräsentationen, die besser zum Faschingsbeginn am 11. 11. passen. Am Mittwoch präsentierte die Autorin Saskia Jungnikl ihr Buch »Papa hat sich erschossen«, zu dem sie sich nach einem mehrfach ausgezeichneten Artikel im „Standard“ entschlossen hatte.

Günter Kaindelsdorfer moderierte den Abend und stellte ihr Fragen, die interessante, teils pointierte Antworten brachten. Ja, es durfte auch gelacht werden. Das Interesse an der Präsentation war sehr groß, das Publikum stand bis weit hinter den Sesselreihen. Hautnah und unsenitmental las die Autorin quer einzelnen Kapiteln; gab kurze Einblicke in ihre Familie. Man merkt: Das Schreiben – das Lesen, half ihr das Ereignis von sich weg zu schreiben und ein »bisschen klarer zu sehen«, wie sie erzählt. Sie selbst sagt, dass sich ihr Vater getötet hat. Als Substantiv benutzt sie lieber Suicid. »Freitod« ist ihr zu heldenhaft, das klingt zu sehr nach Nietzsche, meint sie. Thematisiert wurde auch der Umgang der Medienberichterstattung mit Suizid und die Auswirkungen. (11. 11. 2014, GeWalt)

Video der Lesung »