Dr. Hansjörg Bader aus Hall in Tirol hat in seinem neuen Buch Sterbebilder thematisiert. Auf mehr als 300 Seiten und in 7 Kapiteln erfährt der Leser alles über die Geschichte der Sterbebilder in Tirol, auch als Totenzettel oder Totenbilder bezeichnet.

Die ursprüngliche Aufgabe von Sterbebildchen war der Aufruf zum Gebet. Hinterbliebene konnten für den Verstorbenen dessen Zeit im Fegefeuer verkürzen, indem sie durch Gebete einen Ablass in unterschiedlicher Länge bewirkten.
Das Buch enthält sehr viele, sehr gute Reproduktionen und Vergrösserungen von Details der Sterbebilder. Der Autor geht das Thema sehr sachlich an und so finden sich auch viele Statistiken in dem Buch. So lässt sich etwa die Verwendung des Friedenswunsches »RIP«  zwischen den Jahren 1971 und 2010 anhand eines Diagrammes ablesen. Eines der vielen Liniendiagramme informiert z.B. über die Häufigkeit des Euphemismus »Sterben« zwischen 1871 und 1920.
Die Verfahren zur Herstellung der Sterbebilder haben sich über den Zeitraum seit 1871 oft verändert. Bis zum heutigen Digitaldruck war es ein weiter Weg und so finden sich auch Begriffe wie »Klischee« oder »Lichtdruck« samt erklärenden Zusammenhängen in den Kapiteln. Die Entwicklung des Sterbebildes wird in allen Facetten dokumetiert und bietet einen äusserst spannenden Einblick in die Herstellung und Gestaltung.

In Zeiten zunehmender Digitalisierung sind gedruckte Sterbebilder Medien zur Erinnerung und auch für Menschen mit schwächerer religiöser Bindung noch von Bedeutung.

Trotz der sehr umfangreichen Informationen ist das Buch leicht zu lesen. Das liegt nicht zuletzt an der klaren, klassischen Strukturierung und dem Layout.
Dr. Hansjörg Bader hat das „Phänomen Sterbebild“ von allen Seiten durchleuchtet, dokumentiert und mit diesem Buch ein Standardwerk geschaffen.