Josef Mikl

Geboren am: 08.08.1929, Wien
Verstorben am: 29.03.2008, Wien

Familienstand: verheiratet

Einer der prägendsten Künstler Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg war Josef Mikl. Seine Biografie listet beeindruckende internationale Erfolge, zahlreiche Ausstellungen und Ehrungen auf. Nicht nur daran kann man seine künstlerische Bedeutung messen, sondern auch an seinen vielfältigen Aufträgen, für die er verpflichtet wurde. Neben Glasfenstern - u.a. für die Friedenskirche in Hiroshima - gestaltete er für den sakralen Gebrauch Kelche und Messkleider. Er entwarf Plakate, Bühnenbilder, Kostüme für Theateraufführungen und designte Schmuck und Kleidung. Intensiv setzte er sich auch mit Literatur auseinande, schrieb und illustrierte selbst satirische Schriften.

Mit seinem Namen verbindet man nicht nur seine langjährige Professur an der Akademie der bildenden Künste, sondern auch seine Mitgliedschaft im Art Club und der Gruppe Galerie St. Stephan. Unauslöschlich mit der österreichischen Kunstgeschichte verbunden ist Mikl aber vor allem durch seinen größten öfffentlichen Auftrag: Die Ausgestaltung des Großen Redoutensaales in der Wiener Hofburg (1994 - 1997).

 

Wenige verstehen Bilder richtig, man will zuerst denken und dann schauen. SCHAUEN ist die geistige Arbeit.

 ... Kann man die Kunst mit dem Handwerk vergleichen? Die Kunst ist Handwerk - und ihr Inhalt bloß der Auftrag für den entsprechenden Handwerker. Ob daraus Kunst wird, hängt von der Charakterbildung, der Begabung des Ausführenden ab. ...

Sein Interesse an Literatur manifestierte sich nicht nur in der Entstehung großer Werkzyklen zu Johann Nestroys "Häuptling Abendwind" oder Nikolai Gogols "Tote Seelen", sondern auch in seinem Konzept für die Gestaltung des Großen Redoutensaals, das auf Stücken von Karl Kraus, Johann Nestroy, Elias Canetti und Ferdinand Raimund basiert. Vor allem Karl Kraus war seit seiner frühen Jugend ein literarischer Begleiter, so besass Mikl auch alle Ausgaben der "Fackel". Auch finden sich in seinem umfangreichen Bücherschrank  zahlreiche Erstausgaben, der von ihm geschätzten Literaten wie Schopenhauer, Kierkegaard, Carlyle oder Jean Paul.

Zu seinem Namenspatron hatte der Künstler eine besondere Affinität: Nicht nur zwei Glasfenster widmete er dem Heiligen, sondern er sammelte auch kleine Andachtsbilder mit dessem Konterfei. Überhaupt sammelte er gerne Skurilitäten und besondere Stücke: Die Totenmaske Gustav Mahlers war in seinem Atelier ebenso präsent wie auch ein steinerer Kaminsims, Marionetten oder eine Galionsfigur.

 

 

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