Manfred Inger

Manfred Inger (eigentlich Lorenz) war nach dem Besuch der Höheren Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt sowie der Akademie für angewandte Kunst in Wien an den Vereinigten Bühnen Paul Barnays in Breslau tätig. 1934/35 spielte er am Raimundtheater, von 1936 bis 1938 am Theater an der Wien. Außerdem trat er in den Kabaretts „Literatur am Naschmarkt“ und „Der liebe Augustin“ von Stella Kadmon auf.

In der Silvestervorstellung 1937/38 des Theaters an der Wien stand er ein letztes Mal mit einigen großen Kollegen auf der Bühne, deren Zeit ebenfalls bald zu Ende gehen sollte: Gisela Werbezirk, Oskar Karlweis, Egon Friedell und die Bassermanns. 1938 emigrierte er über die Niederlande in die USA.

In New York trat er 1939/40 bei Viktor Grün und der „Refugee Artists Group“ Herbert Berghofs auf. Mit der literarischen Revue „From Vienna“ errang er am Broadway seinen größten Erfolg. 1943 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1944 wurde er vom Office of Strategic Services (OSS) mit der US-Army nach Europa entsandt. Unter der Direktion Hans Habes arbeitete er gemeinsam mit Hanns Burger für „Radio 1212“ in Luxemburg an der Operation „Annie“, einem Programm zur moralischen Umerziehung Deutschlands.

Der amerikanische Film bot ihm – abgesehen von zwei kleineren Nebenrollen („bit parts“) bei Metro-Goldwyn-Mayer (Produktion: Wolfgang und Gottfried Reinhardt) – keine weiteren Aufgaben.

1949 kehrte er nach Wien zurück. Nach einigen Jahren am Düsseldorfer Schauspielhaus wurde er 1960 Mitglied des Burgtheaters und zum Kammerschauspieler ernannt. Er arbeitete für das Radio, übernahm Film- und Fernsehrollen (unter anderem im „Ringstraßenpalais“, zuletzt neben Curd Jürgens in „Collin“) und betätigte sich auch als Maler.

Zurück